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29. Juli 2025

Nachruf Dr. Bischoff

Werdegang

Schwarz-Weiß-Bild des verstorbenen Dr. BischoffAm 10. Juni 2025 erreichte uns die Nachricht, dass Herr Dr. med. Peter Bischoff im neunundachtzigsten Lebensjahr, nach kurzer schwerer Krankheit in Frieden von uns gegangen ist.

Dr. Peter Bischoff, geb. am 06. 10. 1935 in Görlitz, absolvierte sein Medizinstudium an der FU Berlin. Nach der Facharztanerkennung für Orthopädie 1967 ließ er sich zunächst von 1968-1972 in einer großen orthopädischen Praxis in Berlin nieder. Nachdem ihn bereits seine ersten manualmedizinischen Kurse unter Karl Sell ins Allgäu führten, folgte er dem Ruf als Chefarzt der orthopädischen Abteilung der Klinik Schwabenland nach Isny- Neutrauchburg, wo ihm 1977 der Aufbau und die Leitung der renommierten Argentalklinik mit bis zu vierhundert konservativ orthopädischen Betten übertragen wurde. Diese führte er als Chefarzt bis zu seinem Ruhestand am 31.10.2000. 

Als Ausbildungsleiter des Dr. Karl –Sell- Ärzteseminares (1975-2006) hatte er maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des Kurrikulums für die Zusatzweiterbildung „Manuelle Medizin“. Seinem berufspolitischen Engagement ist es zu verdanken, dass es diese Qualifikation seit den 80er Jahren offiziell gibt. Parallel dazu führte er Kurse für Physiotherapeuten zur Erlangung der Zusatzqualifikation „Manuelle Therapie“ ein. 

Als Leiter des Arbeitskreises14 „Manuelle Medizin“ der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie zeichnete er für die Ausarbeitung und Veröffentlichung der Dokumentationsrichtlinien für MM verantwortlich. Unter anderem ist die Einführung der sogenannten. Dreischritt Diagnostik sein Verdienst.

Von 1988-2001 war er als 2. Schriftführer Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes der DGOT. 

Sechs Jahre war er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Leitender Konservativer Orthopäden.

1996 wurde ihm die Präsidentschaft des 45. Süddeutschen Orthopäden Kongresses in Baden Baden übertragen. 

Von 1994 -2006 führte er als Vorsitzender das Dr-Karl-Sell-Ärzteseminar in Isny-Neutrauchburg und war zugleich Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Manuelle Medizin. 

Für seine vielfältigen Tätigkeiten bei der Ärztekammer und seine langjährigen Verdienste um die Ärzteschaft wurde ihm 2008 die Wilhelm Griesinger Medaille verliehen. 

Als Autor einer Reihe von Fachbüchern und Veröffentlichungen machte er sich ebenso einen Namen wie als Gutachter für Schlichtungsstellen und Gerichte bei Behandlungsfehlern. 

Sein ganzer Einsatz galt  den Belangen und dem Erhalt der konservativen Inhalte des Fachgebietes Orthopädie und Unfallchirurgie. 

Bis zuletzt war er bei seinem Sohn in einer operativ ausgerichteten Praxis in Neu Ulm konservativ tätig.

Wir verdanken ihm unermesslich viel um die Entwicklung und politische Verankerung der Manuellen Medizin in der deutschen und internationalen medizinischen Versorgungslandschaft.

Er war uns vorbildlicher Chef, unermüdlicher Verfechter der manualmedizinischen Inhalte und väterlicher Freund.

Noch tätig bis kurz vor seinem Heimgang war er eine Leitfigur medizinischen Handelns und ein großer empathischer Arzt.

Wir bewahren ihn in ehrendem Angedenken und trauern mit seiner Familie.

 

Im Namen des MWE Gesamtvorstandes und des ganzen MWE Teams.

Prof. Dr. med. Hermann Locher

1. Vorsitzender der MWE/DGMM, Dr. Karl  Sell Ärzteseminar, Isny Neutrauchburg

Riedstr. 5,  88316 Isny Neutrauchburg